Wenn Unternehmen was unternehmen, wird aus Haltung Handeln

//

Unkategorisiert

10 Jahre Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen e.V.

Am 9. Juni durften wir im Residenzschloss Dresden zahlreiche Mitglieder und Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu unserer Fachkonferenz „Wenn Unternehmen was unternehmen, wird aus Haltung Handeln“ begrüßen. Die Veranstaltung hat dank der bereichernden Vorträge und der Gespräche eindrucksvoll gezeigt: Demokratie, Weltoffenheit und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit sind untrennbar miteinander verbunden, woraus sich auch Dringlichkeit einer stabilen Demokratie ableiten lässt. Wir alle tragen unseren Teil dazu bei.

Haltung sichtbar machen

Wertvolle Impulse lieferten Ministerpräsident Michael Kretschmer, Prof. Dr. Dr. h. c. Naika Foroutan (DeZIM-Institut), Dr. Martin von Broock (WZGE) sowie der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter. Und alle haben deutlich gemacht: Gesellschaftlicher Zusammenhalt und wirtschaftlicher Erfolg sind keine Gegensätze, sondern stärken sich gegenseitig. Besonders Unternehmen kommt dabei eine wichtige Rolle zu – nicht nur als wirtschaftliche Akteure, sondern auch als Mitgestalter einer offenen und demokratischen Gesellschaft – der sie stets verantwortungsvoll gerecht werden sollten.

Perspektiven, die verbinden

In der anschließenden Podiumsdiskussion vertieften Elisabeth Tenner (DDV Mediengruppe/MADSACK), Prof. Marcel Thum (ifo Institut Dresden), Eter Hachmann (DaMost e. V.), Bärbel Boy (Wirtschaft für einen weltoffenen Norden) und Tobias Paulun (ECC, Teil der EEX-Gruppe) die zuvor gesetzten Impulse und erweiterten sie um zentrale wirtschafts- und gesellschaftspolitische Perspektiven.

Die daran anschließenden Tischgespräche boten für unsere Gäste Raum und Möglichkeit sich an einem offenen und konstruktiven Austausch zu unterschiedlichen Fragestellungen zu beteiligen. Diese wurden von unseren Mitgliedsunternehmen, nach einem kurzen Input zum jeweiligen Thema, angeleitet und moderiert.

  • Warum profitiert gerade Sachsen von einem wirtschaftlich starken Europa? (Michael Erfurt, Deutsche Bank)
  • Wie können Unternehmen ihre sichtbare Haltung und klare Positionierung zu Demokratie und Weltoffenheit etablieren? (Raphael Noack, Energieforen Leipzig GmbH)
  • Warum sind Unternehmen resilienter durch internationale Teams und welche Rahmenbedingungen sind nötig? (Carsten Tietze, VITREA Klinik Schloss Pulsnitz )
  • Welche Rolle spielen Energiewende, grüne Technologien und Nachhaltigkeit für die deutsche Wirtschaft? (Christian von Olshausen, Sunfire GmbH)
  • Welche Rahmenbedingungen braucht die europäische Wirtschaft langfristig, um resilient am Markt zu agieren? (Claudia Jahn-Wolf, Topas GmbH)

Gemeinsam Zukunft gestalten

Unser herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, Podiumsgästen sowie allen Teilnehmenden und unserer Moderatorin Alexandra Gerlach, die uns kompetent durch den ganzen Tag begleitet hat. Mit ihrem Engagement, ihren Erfahrungen und ihren Perspektiven haben sie diese Konferenz fachlich wie menschlich zu einer besonderen Veranstaltung gemacht.

Kernbotschaften von Naika Foroutan

Der demografische Wandel wird den deutschen Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren massiv verändern. Die Zahl der Erwerbstätigen könnte innerhalb eines Jahrzehnts um bis zu 30 Prozent sinken mit der Folge eines flächendeckende Fachkräftemangels, besonders in den Bereichen Verwaltung, Pflege, Gesundheit, Bau und Bildung.

Schon heute wird das Beschäftigungswachstum in Deutschland maßgeblich durch ausländische Arbeitskräfte getragen. Gleichzeitig verschärft sich der internationale Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte deutlich. Parallel dazu wachsen gesellschaftliche Spannungen, während das Vertrauen in staatliche Institutionen spürbar zurückgeht.

Deutschland braucht eine klar gesteuerte, langfristige Migrations- und Arbeitsmarktpolitik, andernfalls drohen erhebliche Risiken sowohl für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gleichzeitig gilt: Demokratie ist die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, Stabilität und Innovation. Unternehmen stehen dabei in der Verantwortung, sich dieser Realität zu stellen, da sie Teil der gesellschaftlichen Entwicklung sind. Entscheidend ist demnach ein klares Bekenntnis zu demokratischen Grundwerten, stets verbunden mit einer sachlichen, faktenbasierten Auseinandersetzung über die Folgen antidemokratischer Tendenzen.

Kernbotschaften von Martin Broock

Demokratie ist keine abstrakte Größe, sondern die Grundlage für wirtschaftliche Stärke. Sie schafft Stabilität, ermöglicht Innovation und sichert langfristigen Wohlstand.

Unternehmen können sich dieser Realität nicht entziehen. Sie sind Teil der Gesellschaft und tragen Verantwortung für ihr Umfeld. Deshalb braucht es ein klares Bekenntnis zu demokratischen Grundwerten – ohne parteipolitische Positionierung.

Statt moralischer Appelle steht etwas anderes im Vordergrund: die sachliche, faktenbasierte Aufklärung darüber, welche wirtschaftlichen Folgen antidemokratische Entwicklungen haben können.

Damit wird deutlich: Der Erhalt der Demokratie ist auch eine unternehmerische Aufgabe und somit entscheidend für eine offene und zukunftsfähige Gesellschaft.

Hier gelangen Sie zur Studie.

Was bleibt …

… ist also weit mehr als ein gelungener Austausch: Es ist die gemeinsame Überzeugung, dass die Herausforderungen unserer Zeit nur im Dialog, mit Offenheit und mit dem Mut zur Verantwortung erfolgreich bewältigt werden können. Denn wenn Unternehmen Verantwortung übernehmen und sich klar zu Demokratie und Weltoffenheit bekennen, wird aus Haltung Handeln.

Jetzt Mitmachen!