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Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen unterzeichnet Aufruf „Was uns eint“

Der Verein „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“ hat gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft am Montag, dem 21.11.2016, den Aufruf „Was uns eint“ des Bündnisses „Dresden.Respekt“ vorgestellt. „Respekt ist auch die kommunikative Leitlinie unseres Vereins. Mit der Mitzeichnung der heutigen Erklärung dokumentieren wir Unternehmer unsere klare Haltung gegen jedwede fremdenfeindliche Tendenzen“, so Katrin Fischer, die als Vorstandsmitglied des Vereins an der Pressekonferenz teilgenommen hat.

Die Unterzeichnung des Aufrufs betont einmal mehr unsere persönliche Haltung, mit der wir gegenüber unseren Geschäftspartnern im In- und Ausland für die Fortführung und Intensivierung der Zusammenarbeit werben möchten – und leider gegenwärtig auch müssen. Einer Zusammenarbeit, die existenziell notwendig ist, um die Wirtschaftskraft hier in Sachsen zu erhalten und auszubauen.

„Unseren Mitarbeitern gegenüber möchten wir nicht nur Respekt im Umgang miteinander vorleben, sondern auch von ihnen einfordern“, betont Andreas von Bismarck, Sprecher des Vorstandes des Vereins „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“. Nur so können wir für den Zuzug und die Zuwanderung neuer dringend benötigter Fachkräfte eine nachhaltige Willkommenskultur schaffen, für die Sachsen bisher durchaus und zu Recht auch über die Landesgrenzen hinweg geschätzt wurde, und unter unserer konkreten Verantwortung auch bald wieder wird.

Der Aufruf besinnt sich auf die gemeinsamen Werte aller Demokratinnen und Demokraten. Er ist der erste Schritt des neuen Bündnisses, welches unter dem Titel „Dresden.Respekt“ weitere Veranstaltungen plant.

Der Aufruf im Wortlaut:

Was uns eint

Aufruf an alle Demokratinnen und Demokraten

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, schrieben die Mütter und Väter des Grundgesetzes. „Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“ Als sie diese Sätze formulierten, lag Deutschland am Boden – materiell und auch moralisch. Jahre des deutschen Terrors, der gesellschaftlichen Verrohung und der Gewalt hatten Millionen Menschen das Leben gekostet und weite Teile Europas verwüstet. Das Grundgesetz ist durch diese Erfahrungen geprägt. Es schützt in besonderem Maße die menschlichen Grundrechte – die Würde der Menschen, ihre Gleichheit vor dem Gesetz, ihre Religions- und Meinungsfreiheit und das Recht auf Asyl. Mit der Wiedervereinigung gelten sie auch für die neuen Bundesländer, dafür sind tausende Menschen 1989 auf die Straße gegangen. Sie riskierten für die Freiheit Leib und Leben.

Dass sich nicht einmal 27 Jahre nach den friedlichen Bürgerprotesten in unserem Land, und auch in Sachsen und Dresden, wieder ein Klima der Ausgrenzung und Gewaltbereitschaft ausbreitet, beschämt uns. Entschlossen stellen wir uns Brandstiftern, Gewalttätigen und Populisten entgegen. Wir sehen nicht weg, wenn Gesetze verletzt werden. Wir halten zusammen und verteidigen unser Grundgesetz und unsere Demokratie – ohne Gewalt, mit Anstand und Respekt.

Alle Menschen dürfen sich in unserem Land frei entfalten, solange sie die Rechte anderer nicht verletzen. Sie dürfen ihre Meinung frei äußern, ungestört ihre Religion ausüben und leben, wie sie es wünschen. Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz sind wichtige Grundwerte unseres Zusammenlebens, die es zu schützen gilt.

Auseinandersetzungen in politischen und gesellschaftlichen Themen machen eine wehrhafte, freiheitliche pluralistische Demokratie aus. Sie basieren auf Toleranz und Achtung vor dem demokratischen Gegenüber. Eine freie Gesellschaft lebt von freien Meinungsäußerungen. So gehört guter Streit zur Demokratie, die Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen auch. In konkurrierenden Diskursen wird sichtbar, was uns wichtig ist, was uns eint und was uns prägt. Hass, offene Feindseligkeit und verbale Gewalt tolerieren wir nicht.

Wir wollen in einer Gesellschaft leben, die solidarisch ist, offen für Neues und für Andere. Es ist unsere humanitäre Pflicht, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen. Humanität und Empathie sind stärker als Hass und Gewalt, bürgerliches Engagement stärker als Abwehr.

Trotz unterschiedlicher politischer Meinungen einen uns die Grundrechte unseres Grundgesetzes. Wir wehren uns gegen die Feinde der Demokratie mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, aber wir bieten allen den Dialog an, die an Lösungen orientiert sind!

Wir stehen auf gegen Gewalt und Ausgrenzung!
Wir treten ein für Toleranz und Respekt!
Zeigen wir Mut und Menschlichkeit!

Darin sind wir uns einig.


Bildquelle: DNN vom 21.11.2016