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Pressemitteilung: Zukünftige strategische Ausrichtung des Vereins

Der Vorstand des Vereins Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen diskutiert mit seinem Kuratorium unter Leitung von Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Martin Dulig und seinem Beirat unter Leitung von Prof. Hans Vorländer seine strategischen Leitlinien. Außerdem konnte der Verein Dr. Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung für eine Mitarbeit im Beirat gewinnen.

Die Mitglieder des Vereins fördern die Chancengleichheit aller Menschen. Für sie einzustehen, ist unsere Verantwortung und Motivation. Respekt vor, Interesse an, Akzeptanz von und Offenheit gegenüber Anderem sind Grundpfeiler einer friedlich zusammenlebenden Gesellschaft. Durch unseren Beitrag zu mehr Wirtschaftsleistung in Sachsen sichern wir den Wohlstand Aller. Wir etablieren in sächsischen Unternehmen eine gelebte Willkommenskultur. Dieses Ziel verstehen wir als gemeinsam verstandene Aufgabe von Geschäftsführungen und Belegschaften. Das dafür notwendige Bewusstsein schaffen wir in und mit den sächsischen Unternehmen in einem gemeinsamen Prozess. Wir begleiten Unternehmen als Partner auf Augenhöhe in Theorie und Praxis und vermitteln die Interessen der sächsischen Wirtschaft als politisches Sprachrohr durch unser Netzwerk.

Dazu verständigten sich Kuratorium, Beirat und Vorstand auf der Strategiebesprechung Anfang der Woche. Wir bedanken uns für den konstruktiven Austausch bei den Mitgliedern beider Gremien (Mitglieder am Ende der Pressemitteilung). Die Arbeit des Vereins konzentriert sich demnach auf vier strategische Leitlinien:

1. Weltoffenheit ist für den Wohlstand in Sachsen existenziell.

Die Corona-Krise hat in kürzester Zeit zu nationalen Abschottungsszenarien geführt. Das gemeinsame Agieren des Wirtschaftsraumes Europa war zeitweise ausgesetzt. Die Arbeitsmarkt-politischen Auswirkungen der Krise sind noch nicht abzusehen. Abzusehen ist, dass populistische Meinungen durch die Abschottung des inländischen Arbeitsmarktes wieder neue Nahrung erhalten. Die sächsische Wirtschaft braucht für ihren Erfolg ein Good-Will des internationalen Marktes, um als Exportland weiter zu wachsen. Die Attraktivität des Standortes Sachsen über gelebten Respekt, die Anerkennung der Gleichwertigkeit aller Menschen und Weltoffenheit wird weiterhin Erfolgsfaktor der Zukunft sein.

Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen ist anerkannter Meinungsbildner für Weltoffenheit und Internationalität in Sachsen und über die Landesgrenzen hinaus. Dabei leisten die sächsischen Wirtschaftsakteure einen maßgeblichen Beitrag zu einem vielfältigen und respektvollen gesellschaftlichen Miteinander. Eine erfolgreiche und gesunde Wirtschaft fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sichert damit gesunde demokratische Strukturen.

Die sächsischen Unternehmen nehmen ihre soziale Verantwortung war und tragen durch die gezielte Förderung und Umsetzung einer sachlichen Auseinandersetzungskultur zu einem verbesserten Betriebsklima bei. Vielfalt wird als Innovationsmotor verstanden. Die sächsischen Unternehmen beleben als Knotenpunkt der Gesellschaft die Auseinandersetzung mit interkulturellen Werten und Normen. Dazu wollen wir noch mehr Unternehmen motivieren.

2. Der Fachkräftebedarf bleibt für Sachsen ein strategisches Zukunftsthema

Die Bedarfslage an Fachkräften ist auch nach der Corona-Krise gleichbleibend. Aufgrund der demografischen Entwicklung fehlen bis 2030 rund 320.000 Fachkräfte in Sachsen. Eine rasche oder auch nur mäßige Erholung des Arbeitsmarktes, verbunden mit der demographischen Entwicklung erhöhen kurz- und mittelfristig wieder den Bedarf der sächsischen Wirtschaft an Fachkräften deutlich.

Es gilt, in Sachsen lebende in- und ausländische Arbeitsuchende zeitnah passgenau zu qualifizieren und entsprechend ihrer Fähig- und Fertigkeiten schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Weltweit wird sich der Wettbewerb um insbesondere „systemrelevante“ Fachkräfte verschärfen. Die Fortsetzung der etablierten Strukturen und Angebote im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes sind dringlichst geboten und sichern somit die Unterstützung für die Unternehmen Sachsens, den Fachkräftegewinnungs-prozess in der Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Die Forcierung neuer Technologien wird die Definition neuer Berufsbilder notwendig machen.

Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen ist im Themenfeld Fachkräfte etablierter Partner in Sachsen und Kompetenzträger für Integrationsmanagement. Unsere Maßnahmen gemeinsam mit dem strategischen Partner IQ werden als Modell in andere Bundesländer „exportiert“.

Die sächsischen Wirtschaftsakteure leisten gemeinsam einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt des sächsischen Wohlstandes.     Der dazu notwendige Fachkräftebedarf kann langfristig nicht allein aus dem einheimischen Fachkräftepotenzial gedeckt werden. Die sächsischen Unternehmen berücksichtigen in ihrer mittel- und langfristigen Personalbedarfsplanung konsequent die mit dem Zuzug von Fachkräften von außerhalb Sachsens verbundenen Integrationsprozesse.

Die Akteure der sächsischen Wirtschaft sorgen für die Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Sachsen, um einheimische Fachkräfte zu binden und nationale sowie internationale Bewerber zu gewinnen. Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen motiviert die sächsische Politik, Sachsen als Modellregion für die Fachkräfte-Einwanderung zu etablieren. Bereits funktionierende Strukturen werden erhalten bzw. die im Koalitionsvertrag fixierten Strukturen wie beispielsweise die Kompetenzzentren Fachkräfte geschaffen.

3. Ein geeintes und zusammen agierendes Europa ist Garant für den Erfolg des europäischen Wirtschaftsraumes

Die Corona-Krise hat zu einer weltweiten Rezession geführt. Experten gehen von einer verringerten Wirtschaftsleistung zwischen vier und 10 %, mit entsprechenden kurzfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt aus. Ganze Branchen sind in Europa zum Erliegen gekommen, was zu insbesondere nationalen Hilfs- und Konjunkturpaketen führte. Der Schengenraum war zeitweise ausgesetzt und zum Teil kam es zu nationalstaatlichen Abschottungsszenarien. Die Grenzöffnungen sind zu forcieren, um den uneingeschränkten wirtschaftlichen Austausch wieder zu gewährleisten.

Sachsens Exportquote liegt bei 31,4 %. Importe von Produkten und Rohstoffen sind für die sächsische Wirtschaft ebenso wichtig wie Fachkräfte aus dem Ausland. Dabei werden sich die Wettbewerbsbedingungen um Ressourcen auf dem internationalen Markt verschärfen.

Ein wirtschaftlich starkes Europa ist als geopolitisches Schwergewicht neben den USA und China für die sächsische Wirtschaft existenziell. Die Rückkehr zu einer transatlantischen Partnerschaft steht im Fokus sächsischer Unternehmen. Die mit der Corona-Krise einhergehende Regionalisierung der Wertschöpfungsketten bietet einem geeinten Europa die Chance, die Rahmenbedingungen der Globalisierung zu verändern und mitzubestimmen.

Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen steht für die Internationalisierung der sächsischen Wirtschaft. Seine Mitglieder erkennen die enormen Chancen sowie Entwicklungsmöglichkeiten der Globalisierung, agieren weltweit und transportieren international den Spirit der weltoffenen und respektvollen Wirtschaft und Gesellschaft in Sachsen.

Die sächsischen Wirtschaftsakteure treiben die Idee eines politisch geeinten und wirtschaftlich starken und friedlichen Europas auf gesellschaftspolitischer Ebene voran. Die sächsischen Unternehmen forcieren die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit und treten für freien und fairen Handel ein.

4. Technologieführerschaft und Wissenstransfer schaffen erfolgreiche Wertschöpfung

Sachsen ist bereits ein leistungsfähiger Technologiestandort mit etablierten Strukturen, die Wirtschaft, Wissenschaft und Gründerszene vernetzen. Mit der etablieren Hochschulszene und überproportional vielen außeruniversitären Einrichtungen hat Sachsen gute Voraussetzungen erfolgreiche Innovationen im Markt zu positionieren. Die monetäre Verwertung von Innovationen in regionalen Wertschöpfungsketten wird nicht immer realisiert.

Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen ermöglicht den gebündelten Interessensaustausch zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik. Darüber hinaus strebt der Verein in diesem Themenschwerpunkt eine strategische Partnerschaft an.

 

Dr. Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wird in den Beirat des Vereins Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen e.V. berufen. Der Beirat ist das Beratungsgremium des Vereins und unterstützt ihn mit wissenschaftlicher Expertise. Wir bedanken uns für die Bereitschaft zur Mitarbeit und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

 

Mitglieder des Kuratoriums

Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und stellvertretender Ministerpräsident, Oliver Schenk, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Barbara Ludwig, Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz, Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz

Mitglieder des Beirates

Prof. Dr. Hans Vorländer, Direktor Zentrum für Verfassungs- und Demokratieforschung TU Dresden, Reinhilde Willems, Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan, Professor für Turkistik an der Universität Duisburg-Essen, Dr. Holger Kolb, Leiter des Arbeitsbereichs Jahresgutachten und Stellvertreter der Geschäftsführung im Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, Dr. Roland Löffler, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung