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Nationale Fachkonferenz: Fachkräfte finden und binden – zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Termin: 01. Oktober 2021 | Dresden

Die gemeinsame Fachkonferenz „Fachkräfte finden & gewinnen – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ der Kooperationspartner Bundesagentur für Arbeit, dem IQ-Netzwerk und des Vereins Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen diskutierte die Themen Fachkräftezuwanderung, Strategien für die erfolgreiche Erwerbsmigration und wie gelingt ein gutes Fachkräfte-Standortmarketing mit etwa 100 Gästen in Dresden.

Wir bedanken uns herzlich bei den Referenten Martin Dulig, Jörg Dittrich, Burkhard Jung, Stefan Marx, Markus H. Michalow, Sebastian Vogel, Daniel Terzenbach, Friedericke Warkus und Reinhilde Willems, die maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beitrugen. Uta Dekow und Alexandra Gerlach führten routiniert durch den Tag.

Auf unserem YouTube Kanal können Sie noch mal reinschauen und die Statements der Podiumsgäste finden Sie auf unserer Webseite.

Die politischen Rahmenbedingungen diskutierten Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit und Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig: „Deutschland braucht dringend Fachkräfte in allen Branchen. Allein in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Soziales fehlen in den kommenden Jahren hunderttausende gut ausgebildete Menschen. Schätzungen zeigen uns, dass in den kommenden Jahren 230.000 Fachkräfte in den Kitas und 300.000 Pflegende im Bereich der Gesundheit fehlen werden.

So viele Menschen können wir in Deutschland weder finden noch ausbilden. Es ist höchste Zeit, in anderen Staaten der Europäischen Union und in Drittstaaten strukturiert, effizient und schnell Fachkräfte anzuwerben und vor Ort die Ausbildung zu unterstützen. Und die Verfahren zur Anerkennung von Berufserfahrungen müssen bei uns schneller werden. Dafür müssen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.“

Wie kann es also in Zukunft besser gelingen, Fachkräfte für den attraktiven Lebens- und Arbeitsort Deutschland zu gewinnen und eine gelebte Willkommenskultur zu etablieren?

„Viele gute Angebote und das Engagement von einzelnen Menschen und Organisationen laden ein, in Sachsen zu leben und zu arbeiten. Diese Angebote gilt es, zu stärken und zukunftsfähig zu machen,“ so Reinhilde Willems, Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. „Die Voraussetzungen für die Zuwanderung wurden nicht zuletzt mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz erleichtert. Kooperationen, Standards und gemeinsame Ziele zahlen darauf ein, den Weg ins Arbeitsleben und unsere Gesellschaft verbindlich und verständlich zu gestalten.“

Robert Czajkowski, Vorstandsprecher im Verein Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen: „Weltoffene Unternehmen integrieren Menschen in Arbeitsprozesse aus sachlicher Notwendigkeit und aus unternehmerischer und zivilgesellschaftlicher Verantwortung. Die Unternehmen, die diesen Blick noch nicht haben, benötigen die politische Flankierung der Erwerbsmigration. Gute Bausteine dafür können das gerade in Arbeit befindliche Sächsische Integrations- und Teilhabegesetz und das zu etablierende Fachkräfte-Standortmarketing des Freistaates Sachsen sein.“ Dr. Friederike Warkus, Mitglied des Vorstandes des Hightech-Netzwerkes Silicon Saxony und SAP SE ergänzt: „Sachsens High-Tech-Branche steht in besonderem Maße für die Fortschrittlichkeit und intellektuelle Leistungsfähigkeit Deutschlands. Sie hat ausgezeichnete Wachstumschancen, wie beispielsweise die aktuelle Diskussion um den Chip-Mangel zeigt. Für solch ein Wachstum braucht es allerdings vor allem eines: gut ausgebildete Fachkräfte.“

„Nur in neuen Verantwortungskooperationen, in neuen Verständnissen der gemeinsamen Zielerreichung, in neuen Wahrnehmungen der Dringlichkeit der Themen und der unabdingbaren Konstanz des Tuns kann es gelingen, Zuwanderung als wirksames Element der Fachkräftesicherung für Sachsen zu etablieren und auszubauen.“ sagt Kay Tröger, Koordinator im IQ Netzwerk.

Auf dem Podium begrüßen wir unter anderem Staatsminister Martin Dulig: „Für die künftige Sicherung unseres wirtschaftlichen Wohlstands brauchen wir ausländische Fachkräfte. Die Basis dafür ist tatsächlich gelebte Willkommenskultur und eine weltoffene Gesellschaft. Diese Aufgabe erfordert besonderes persönliches Engagement von uns allen.“
„Die Anerkennung mitgebrachter Fähigkeiten und im Ausland erworbener Abschlüsse ist ebenso elementar für einen erfolgreichen Zugang zum Arbeitsmarkt wie die sich meist daran anschließende Anpassungsqualifizierung. Genau hier bestehen die landespolitischen Möglichkeiten, die bestehenden Angebote des Bundes zu erweitern, zu vernetzen und zu flankieren. Und zugleich mit der Unternehmerschaft einen Dialog darüber zu führen, wie staatliches und unternehmerisches Engagement in dieser Frage Hand in Hand gehen,“ so Sebastian Vogel, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gleichstellung und gesellschaftlichen Zusammenhalt, in dessen Verantwortung das neue Sächsische Integrations- und Teilhabegesetz erarbeitet wird.

Bei anschließender Podiumsdiskussion herrschte reger Austausch über aktuelle Hürden und Möglichkeiten der Fachkräfteeinwanderung, bevor bei einem Mittagsimbiss zu bilateralen Gesprächen übergegangen wurde.

Wir danken allen Gästen, Teilnehmenden und Online-Zuschauenden für die vielen Impulse und Diskussionspunkte! Ein besonderer Dank geht an unsere beiden Moderatorinnen Uta Deckow (mdr) und Alexandra Gerlach (Deutschlandfunk), die uns souverän durch den Vormittag begleiteten.