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Dem Markt einen Schritt voraus – Bei der Integration neuer Energien und Mitarbeiter

Erneuerbare Energien werden zunehmend die treibenden Kräfte für die europäischen Strombörsen und stellen die Marktteilnehmer vermehrt vor technologische Herausforderungen. Die Optimax-Energy als innovatives Technologieunternehmen will den Markt revolutionieren, indem sie wegweisende Handelssysteme entwickelt. Zusammen mit unseren Kunden nutzen wir die Chancen der Energiewende und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur effizienten Integration von Erneuerbaren Energien in Europa. Alexander Schwabe ist für das Recruiting neuer Mitarbeiter bei Optimax-Energy verantwortlich.

Richard Zießler für das FIZU Leipzig RZ: Was war die Motivation, im Ausland nach Personal zu suchen?
 
Alexander Schwabe für Optimax-Energy AS: Wir rekrutieren innerhalb Deutschlands und im Ausland. Auf diese Weise erweitern wir den Bewerberpool. Das gibt uns die Möglichkeit aus einem viel größeren Bewerberpool die Mitarbeiter heran zu ziehen und sie zu entwickeln. Aktuell fokussieren die Regionen Russland und Osteuropa. Diese Zielgebiete sind historisch gewachsen, weil einer unserer Gründer aus Osteuropa stammt. In diesen Regionen haben wir jetzt die größten Erfahrungswerte gesammelt und sind nun auch offen das Recruiting in weiteren Regionen.
 
RZ: Sind Sie in den Regionen selbst aktiv auf der Suche? Oder haben Sie einfach Ihre Stellenanzeige international veröffentlicht und die Leute kommen dann von selbst auf Sie zu?
 
AS: Sowohl als auch. Also wir haben zuerst angefangen aktiv zu suchen und posten unsere Stellenanzeigen nun auf den ausländischen Jobportalen.
 
RZ: Und wie sind Ihre Erfahrungen? Stellen Sie im Vergleich zu den deutschen Bewerbern Unterschiede fest?
 
AS: In Deutschland bewerben sich sehr wenig potentielle Mitarbeiter mehr (… Fortführung auf Website) auf ausgeschriebene Stellen im IT-Bereich. Mitarbeiter aus Deutschland generieren wir über die aktive Ansprache oder über ein gut funktionierendes Netzwerk. International finden wir sehr gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter über das gut funktionierende Medium der Stellenausschreibung.
 
RZ: Wie Sie sagen rekrutieren Sie vornehmlich aus Drittstaaten und weniger aus der EU. Wie sind Ihre Erfahrungen, in der EU auf Stellen in Deutschland aufmerksam zu machen?
 
AS: Unterschiedlich. Die Prozesse, die wir anstoßen, sind in der Regel erfolgreich. Wir erkennen im Vorfeld, was man tun kann oder auch lassen sollte. Bei der Anerkennung von Abschlüssen sind die bürokratischen Hürden noch sehr hoch. Um dem Fachkräfte-Mangel entgegen zu wirken, sollten die Prozesse praxistauglicher gestaltet werden. Ein Schritt in die richtige Richtung ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. EU-Bewerbungen sind hingegen mit teilweise sehr hohen Gehaltserwartungen verknüpft, die für uns als kleines Unternehmen schwer zu leisten sind.
 
RZ: Würden Sie sagen, dass die ausländischen Mitarbeiter Ihr Team bereichern?
 
AS: Absolut, ja. Natürlich ist es eine kulturelle Herausforderung, Mitarbeiter aus unterschiedlichen Heimatregionen zu erfolgreichen Teams zu formen. Die Branche IT ist schon immer eher international aufgestellt. Außerdem ist bei unserer Unternehmensgröße mit rund 35 Mitarbeitern das Thema Integration extrem gut handelbar. Branchenüblich ist auch das Englische und so ist bei uns englisch als Unternehmenssprache etabliert. Wer internationale Fachkräfte sucht, kann nicht bei jedem Bewerber ausschließlich deutsche Kommunikation erwarten.
 
RZ: Wie unterstützen Sie neue Mitarbeiter in Deutschland anzukommen und sich in das Unternehmen zu integrieren?
 
AS: Wir übernehmen als Arbeitgeber von Anfang an Verantwortung, vom Anruf in der Botschaft, der Hotelbuchung, Termine für die Wohnungssuche oder im Bürgeramt. Das machen wir selbst und lagern es nicht an Relocating-Agenturen aus. Wir kaufen im Vorfeld eine Handy Sim-Karte, der Kühlschrank bekommt eine Erstausstattung, um die Ankunft zu erleichtern. Und auch auf lange Sicht unterstützen wir die Kollegen zum Beispiel mit Sprachkursen. Das haben wir bisher für die sechs Team-Mitglieder aus dem Ausland so gehandhabt.
 
RZ: Zwei sind in jüngster Zeit neu dazugekommen – richtig? Ihre Erfahrungen mit Fluktuation?
 
AS: Genau. Ein Kollege aus der Software-Entwicklung ist im September 2020 in Deutschland angekommen. Die direkte Ansprache des Mitarbeiters ist im März des gleichen Jahres erfolgt. Der zweite Kollege ist seit Februar bei uns, auch hier hat es von der Ansprache bis zur Einstellung rund ein halbes Jahr gedauert. Die Zeitspanne eines halben Jahres ist ein gute Orientierung. Je nach Herkunftsland, Ausbildungsanerkennung ergeben sich individuelle Lösungen, die in der Regel diesen Zeitraum benötigen. Mitarbeiter, die einmal bei uns angedockt haben, bleiben auch. Darüber sind wir sehr froh.
 
RZ: Das Unternehmen ist in Leipzig ansässig. Warum gerade das sächsische Leipzig – was ist besonders?
 
AS: Unser Büro ist direkt in Leipzigs Mitte. Leipzigs Plus ist die Diversität der Stadt, das pulsierende Leben, gerade für junge Leute, viel Grün, viel Kultur in der Stadt und rundherum die Seenlandschaft. Die Menschen sind aufgeschlossen. Für jeden Neuankömmling ist es leicht, bezahlbaren Wohnraum zu finden und sich schnell in einer Community zuhause zu fühlen. Die Gehälter in Leipzig sind zwar nicht mit München zu vergleichen aber die Lebenshaltung in Leipzig ist deutlich günstiger als in anderen Großstädten.
 
RZ: Herzlichen Dank!