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Antje Pfeifer (FiZu Chemnitz) und Herrn Eichinger (IHK Dresden) zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Ein Gespräch über die Leistungen der Fachinformationszentren Zuwanderung in Bezug auf das Fachkräfteeinwanderungsgesetz.

Robert Eichinger (RE): Welche Vorteile bringt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz?

Antje Pfeifer (AP): Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, seit März 2020 in Kraft, hat nicht nur einen einheitlichen Fachkräftebegriff im Aufenthaltsrecht eingeführt, sondern die Einstellung von Bewerbenden mit einem ausländischen Berufsabschluss in allen Branchen ermöglicht. Die bis dato geltende Einschränkung auf Engpassberufe wurde ebenso wie die Vorrangprüfung für Fachkräfte aufgehoben. Damit prüft die Bundesagentur für Arbeit bei der Einstellung von Drittstaatsangehörigen nur noch die Beschäftigungsbedingungen. Außerdem wurde das beschleunigte Fachkräfteverfahren eingeführt. Neu ist auch, dass für Fachkräfte, die bei der Einreise das 45. Lebensjahr vollendet haben, ein Mindestgehalt gilt. Die Anerkennung der ausländischen Abschlüsse war und bleibt zwingende Voraussetzung für die Fachkräftezuwanderung.

RE: Wie können Arbeitnehmer aktiv werden? 

AP: Um als Fachkraft nach Deutschland einreisen können bedarf es der Anerkennung des ausländischen Hochschul- oder Berufsabschlusses. Je nach Abschluss sind verschiedene Stellen zuständig und unterschiedliche Dokumente müssen eingereicht werden. Dieses Verfahren sollte schnellstmöglich angestoßen werden, da es zwingende Voraussetzung im Visum-Verfahren ist. Hat die Fachkraft bereits eine passende Arbeitsstelle in Deutschland gefunden, kann die Anerkennung Teil des beschleunigten Fachkräfteverfahrens sein. In diesem Verfahren werden wesentliche Prozessschritte von der lokalen Ausländerbehörde angestoßen und koordiniert. Der Arbeitgeber agiert in diesem Verfahren in Vollmacht der Fachkraft. Die Fachkraft sollte das Unternehmen daher in jedem Falle auf diese Möglichkeit ansprechen. Wichtig ist außerdem, dass die Fachkraft alle notwendigen Informationen und Dokumente bereithält und sich bereits vorab bei der jeweilig zuständigen Deutschen Botschaft informiert.

Herr Eichinger:  Welche Unterstützung bietet das IQ-Netzwerk? 

Antje Pfeifer: In den kreisfreien Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz unterstützen die Fachinformationszentren Zuwanderung (FIZUs) Unternehmen in allen möglichen Fragen der Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten. Dabei erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den Projekten der Berufsanerkennung (IBAS-Beratung) sowie der Anpassungsmaßnahmen im Kontext Anerkennungsgesetz. Auch Unternehmen aus den umliegenden Landkreisen können sich mit ihren Anliegen an die FIZUs wenden. Teilprojektträger im IQ Netzwerk für die FIZUs ist der Verein Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen e.V. 

RE: Danke für den Wissenszuwachs!